50plus für Hunde
Auch Hunde kommen in die Jahre und es gibt sicher ein Äquivalent zu 50plus (ich kenne mich mit der Übersetzung von Hundejahren zu Menschenjahren nicht so richtig aus). Wie die FAZ vom heutigen 14.06.2007 meldet, ist in Japan das erste Altersheim für Hunde eröffnet worden. Für umgerechnet rund
600 Euro pro Monat (Ja, richtig gelesen: 600 Euro) werden die Hunde rund um die Uhr versorgt und erhalten speziell auf ihr Alter abgestimmtes Futter. Auch an das Intergenerationelle ist gedacht: Welpen sorgen dafür, dass die "Senioren" sich nicht alt fühlen.
Damit zeigt sich einmal mehr, dass Älterwerden ein Trend ist, der sich weder auf ein Land bzw. eine Region der Erde beschränkt, noch auf eine Spezies. Das Altersheim für Hunde ist eine interessante Kreuzung zwischen dem Trend der demografischen Entwicklung und dem weiteren Trend, dass Menschen für ihre tierischen Hausgenossen gern bereit sind, Geld auszugeben.
Ich bin gespannt auf weitere Abkömmlinge dieser Art von Angeboten. Wie werden Katzen, Wellensittiche, Meerschweinchen alt? Wie viele Altersheime für Menschen erlauben es, Hunde mitzubringen? Wann gibt es die ersten generationsübergreifenden Hunde-WGs mit separaten Schlafräumen und gemeinsamer Freßnapf-Sammelstelle?
Mir sind Hunde übrigens beim Telefoncaoching besonders lieb (aber auch sonst :-). Ihre Reaktionen im Hintergrund können interessante Hinweise für subtile Themen geben.

Liebe Frau Dr. Schons,
es sind heikle Fragen, die Sie ansprechen. Vor allem Fragen, die echte Gewissensentscheidungen sind - oder sein sollten. Ich weiß, dass sich viele Menschen solche Entscheidungen nicht leicht machen. Die Frage ist auch immer, welche Alternativen in einer konkreten Situation zur Verfügung stehen.
Ich glaube, andere dabei zu unterstützen, ihre Wahlmöglichkeiten in jeder Situation zu erkennen und bestmöglich zu nutzen, ist etwas, das in unserer beider Arbeit einfließt.
Herzliche Grüße
Monika Birkner
Kommentiert von:Monika Birkner | 23. Juni 07 um 16:02 Uhr
Liebe Frau Birkner,
sicher, da stimme ich Ihnen zu: Heime können in manchen Situation eine sinnvoll Lösung sein.
Eben da, wo -aus welchen Gründen auch immer- keine Verantwortung von Angehörigen übernommen werden kann.
Was mich zunehmend sorgt, ist eher ein Trend zum "Auslagern von Verantwortlichkeiten", den ich nicht nur allgemein beobachte, sondern ganz konkret in vielen Situationen mit meinen Patienten erlebe.
Aber wie gesagt: im Bereich der Humaniden ist das ein sehr differenziert zu betrachtendes Thema.
Im Bereich der Caniden sind gute Tierheime (mit Weitervermittlungsstellen) ja durchaus sinnvoll. Aber teure Altenheime für arme alte Hunde reicher Leute?! Ich versteh´s ehrlich nicht..
Nun, zurück zum eigentlichen Thema:
Es ist gut, daß 50+ mehr und mehr zum Thema wird - egal wo und egal wie.
Herzliche Grüße
Sarah Schons & Zoo
Kommentiert von:Doc Sarah Schons & Dogs | 22. Juni 07 um 22:49 Uhr
Liebe Frau Dr. Schons, liebe Achi und Jowo of Avalon,
danke schön für Ihre Kommentare. Es macht natürlich einen großen Unterschied, ob man etwas aus der Sicht der Geschäftsidee sieht oder aus der Sicht der Betroffenen. Da ich selbst keinen Hund habe, fehlen mir sicher gewisse Erfahrungen und ich freue mich, dass Ihre Kommentare mich daran erinnern. Dennoch: Gibt es nicht auch im menschlichen Leben Situationen, wo Eltern - aus welchen Gründen auch immer - ein Kind nicht selbst versorgen können? Ich halte ein Heim nicht per se für schlecht, sondern glaube, es kommt auf die Motive an, aus denen es genutzt wird. Das Leben ist vielfältig. Ich will nicht ausschließen, dass Heime in bestimmten Situationen eine Lösung darstellen.
Herzliche Grüße
Monika Birkner
Kommentiert von:Monika Birkner | 19. Juni 07 um 18:34 Uhr
Werte Frau Birkner,
einen großen Dank an Ihren unvergleichlichen Humor und diesen Bericht.
Lassen Sie mich konstatieren:
Haustiere sind nicht Eltern, sondern Kinder.
Ein Tier "halten" (bitte nachdenken über "halten") ist wie ein Kind zu bekommen: unsere Lebenserwartung in Jahren liegt deutlich unter der Ihren.
Ich bin mit meinen fast 5 1/2 Labrador-Jahren schon etwas älter, als meine fast 50jährige "Mutter". Und ich bin körperlich krank. Manchmal auch dysfunktional - ich kann halt nicht mehr alles, was ich möchte.
Sarah hat in ihrer Umsicht längst Verfügungen getroffen, was mit mir, Jowo, den Katern Fritz und Herrn Schmitt sowie den Welsen geschehen soll (als Komplett-Paket versteht sich), sollte der Tod sie vor uns ereilen.
Der Gedanke, ich käme ob meiner "handicaps" bald in ein Altenheim und würde von meinem Rudel und meiner Bezugsperson getrennt, ist derart grausam, daß ich an die Bevorratung von Cyankalikapseln denke.
Haustiere sind nicht Eltern, sondern Kinder - und die gehören nicht in "Abschiebehaft".
Altenheime für Menschen sind ein diffiziles, heikles, aber völlig anderes Thema, das wir gern weiter erörtern können.
Kommentiert von:Achi of Avalon (Doc Blog Dog) | 17. Juni 07 um 00:27 Uhr
issja foll krank die Numma! Also - unnsere japanischen Freunde sinn noch noamaal. Die täten sowwas nie tun!!!
Kommentiert von:Jowo of Avalon (Doc Blog Dog) | 17. Juni 07 um 00:07 Uhr
HUNDE IM ALTERSHEIM?????
Ich bin fassungslos. Und übel ist mir auch.
Wieso sind diese Hunde nicht bei ihren Menschen, denen sie in edelster Hundemanier ihr ganzes Leben gewidmet haben?!
Anders als die Generationenfrage bei uns Menschen, ist es ja so, daß wir mit einem Tier die Verantwortung für ein junges Leben bis zu seinem Tod übernehmen.
(Haustiere werden in der Regel nicht so alt wie wir - deswegen hol ich mir auch keine neuen von mir so geliebten L-Welse mehr: die werden 35 - 40 - und so lang leb ich nicht mehr)
ANALOG: ELTERN GEBEN IHR SCHWÄCHELNDES, KRANKES KIND (!!!) EINFACH AB !!!
Na klasse.
p.s.: zur Altersberechnung von Hunden:
Es gibt Umrechnungstabellen, die versuchen, das Hundealter mit dem menschlichen Alter vergleichbar zu machen. Eine einheitliche Formel gibt es nicht. Für die Umrechnung spielt die Größe des Hundes eine gewaltige Rolle.
Während es in den ersten drei Hundejahren nur geringfügige Unterschiede gibt und das Verhältnis bei 1 zu 10 liegt, klafft danach die Lücke weit auseinander.
Bei großen Hunden mit einem Gewicht über 45 kg entsprechen acht Hundejahre einem menschlichen Alter von 80 Jahren. Kleine Hunde unter 15 kg sind im gleichen Alter allerdings umgerechnet nur etwas über 50 Jahre alt.
Kommentiert von:Doc Sarah Schons | 17. Juni 07 um 00:04 Uhr