Coaching-Tipps

16. Juli 08

PC-Crash: Erkenntnisse und Konsequenzen

Nachdem mein PC sich mit einer Rauchwolke aus dieser Inkarnation verabschiedet hatte, gab es einige etwas stressige Tage und wichtige Erkenntnisse. Obwohl jedes Business natürlich seine Besonderheiten hat, sind einige Erkenntnisse sicher zu verallgemeinern und vielleicht auch für andere hilfreich.

Drei Herausforderungen gibt es in einer solchen Situation:

1. Schnelle Lösung des aktuellen Problems
2. Sicherstellung der weiteren Arbeit und der Kundenkommunikation
3. Emotionaler Umgang mit der Situation.

Schnelle Lösung des aktuellen Problems

Anders als Privatpersonen sind Selbstständige auf Ihren PC angewiesen und leisten ihn sich nicht als Hobby. Ein Ausfall kann richtig ins Geld gehen.

Hilfreich für eine schnelle Lösung sind:

  • alle Programm-CDs und sonst nötigen Informationen gut sortiert bereit zu halten
  • bei Programmen, die aus dem Internet heruntergeladen wurden, die erforderlichen Daten (Lizenz-Nummer, Zugangscodes etc.) außerhalb des ja nun nicht mehr zur Verfügung stehenden PCs aufzubewahren
  • eine regelmäßige Datensicherung durchgeführt zu haben.

Sicherstellung der weiteren Arbeit

Die Welt steht nicht still, wenn der PC ausfällt. Termine sind einzuhalten, Projekte gehen weiter, Kunden warten auf die versprochenen Leistungen. Sinnvoll ist, für solche Situationen vorgesorgt zu haben. Dazu gehören:

  • frühzeitig ein Back-up-System zu planen: Welche Daten/Informationen werden benötigt (zum Beispiel Adress-System und sonstige Kundendaten,  Kalender etc.)? Wo werden die Daten gespeichert? Wie wird die regelmäßige Synchronisation sicher gestellt?
  • das Back-up-System einzurichten
  • die Disziplin aufzbringen, es täglich zu aktualisieren.Dazu gehören auch Back-ups wichtiger Projektunterlagen.

Emotionaler Umgang mit der Situation

Im Zweifel fällt ein PC gerade dann aus, wenn man es gar nicht gebrauchen kann.Je nach Temperament und aktuellen Umständen reagiert sicher jeder etwas anders. Zu meinen Stärken gehört, dass ich in solchen Situationen eher ruhig werde. HIlfreich können folgende Überlegungen sein.

  • Was hätte noch Schlimmeres passieren können?
  • Wie kann ich die Situation bestmöglich nutzen? Möglicherweise gibt es andere Arbeiten, die sich erledigen lassen, solange der PC nicht zur Verfügung steht.
  • Worin liegt das Geschenk in dieser Situation? Diese Frage liegt vielleicht nicht sonderlich nahe. Doch meine Erfahrung ist, dass alles, was mir zustößt, letztlich ein Geschenk des Lebens ist. Nur manchmal ist die Verpackung ein bisschen verschrumpelt. Bei mir hat es offen gestanden auch etwas gedauert, bis ich in diesem Fall das Geschenk erkannt habe. Im Grunde waren es sogar mehrere Geschenke: ein leiserer und schnellerer PC; wunderbare Hilfe, für die sehr dankbar bin; überraschende persönliche Erkenntnisse zu einem Lebensthema.

Ich  freue mich über weitere Tipps und Anregungen zu diesem Thema.

01. Juli 08

Halbzeit-Test: Wo stehen Sie?

Nicht nur im Fußball dient die Halbzeit dazu, das bisherige Spiel zu bewerten und sich für die zweite Hälfte neu auszurichten. Unternehmer/innen und Selbstständige können davon ebenfalls profitieren. Der Beginn der zweiten Jahreshälfte ist dazu eine gute Gelegenheit. Wollen Sie wissen, wo Sie stehen? Der folgende Kurz-Test erlaubt Ihnen eine erste Einschätzung.

  1. Welche Ziele haben Sie erreicht und mit welchen Strategien? Was hat nicht funktioniert und warum?
  2. Wie haben sich Ihre Situation am Markt und Ihre Kundenbeziehungen verändert?
  3. Wie hat sich Ihr Geschäftsmodell entwickelt? Wie zukunftssicher ist es aus heutiger Sicht?
  4. Wie haben Sie persönlich sich in den letzten Monaten entwickelt und wie wirkt sich das auf Ihr Business aus? Wie steht es um Ihre Work-Life-Balance?
  5. Welche spirituellen Qualitäten haben sich herausgebildet?
  6. Worauf sind Sie stolz?
  7. Wofür sind Sie dankbar?
  8. Was wollen Sie im zweiten Halbjahr fortführen, was wollen Sie ändern, was wollen Sie abschaffen und was wollen Sie neu einführen?

Natürlich können Ihnen diese wenigen Fragen nur ein erstes Bild vermitteln. Wenn Sie mehr ans "Eingemachte" gehen wollen, stehen Ihnen - neben den Instrumentarien, die Sie sonst schon einsetzen - mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Das Workbook "Stop & Grow" (E-Book), das Ihnen einen unternehmerischen und spirituellen Rückblick erlaubt, den Sie in Ihren eigenen Räumen und in Ihrem eigenen Tempo vollziehen können

In jedem Fall wünsche ich Ihnen ein erfolgreiches zweites Halbjahr 2008.

24. Juni 08

Die drei wichtigsten Qualitäten eines Coaches

Vor ein paar Tagen hörte ich eine Diskussion amerikanischer Coaches über die drei wichtigsten Qualitäten eines Coaches. Das hat mich animiert, über meine eigenen Erfahrungen nachzudenken. Ich halte für am wichtigsten:

  • Verbindung zu mir selbst
  • Verbindung zum Klienten
  • Verbindung zu Spirit

Verbindung zu mir selbst

Nur wenn ich in mir selbst ruhig, klar und zentriert bin, bin ich in der Lage, dem anderen eine echte Hilfe zu sein. Das beginnt mit Klarheit darüber, wen ich als Klienten akzeptiere und wen nicht. Wenn beispielweise wichtige Werte nicht übereinstimmen, hat ein Coaching schlechte Chancen.

Verbindung zu mir selbst bedeutet auch, meine eigene Wahrheit zu respektieren. Sie äußert sich in vielerlei Art und Weise. Der Inhalt dessen, was der Klient sagt, stellt nur eine Ebene dar und nicht immer die wichtigste Ebene. Darüber hinaus kommen vielfältigste Informationen herüber. Meine eigene Wahrheit zu respektieren, bedeutet daher, alle Wahrnehmungen zu nutzen, die mir zur Verfügung stehen. Das geht über die üblichen Sinneswahrnehmungen hinaus. Oft führen mich körperliche Phänomene auf die richtige Spur und helfen mir, das zu erkennen, was dem Klienten selbst aktuell nicht bewusst ist. Plötzliche Kopf- oder Magenschmerzen, Gefühle von Enge oder Weite, Anspannung oder Entspannung sind wichtige Indizien dafür, was unterhalb der Oberfläche stattfindet. Auch emotionale Reaktionen gehören zu diesen Indizien. Es hat eine Weile gebraucht, bis ich den Wert dieser Informationen erkannt und mir zugestanden habe. Heute weiß ich, dass ich, wenn ich meinen eigenen Körper als Resonanzboden betrachte und alle Wahrnehmungen einbeziehe, dem Klienten mehr helfe, als wenn ich mich  nur an seinen Worten  oder sonstigen  äußeren Gegebenheiten  orientiere.   

Dazu gehört auch, intuitive Eingebungen wahrzunehmen und sie ernst zu nehmen. Manchmal sind sie sehr überraschend und auf den ersten Blick ist nicht erkenntlich, was sie mit der aktuellen Situation zu tun zu haben. Doch jedes Mal erlebe ich, wie es positiv weitergeht, wenn ich intuitive Eingebungen - in welcher Form sie auch auftreten mögen - nutze und in den Coachingprozess einbringe. Selbst wenn ich auf Anhieb nichts damit anzufangen weiß, weiß es häufig die Klientin.

Letztlich geht es um Energie. Wenn der Klient als Folge des Coachings in einem anderen energetischen Zustand ist, kann er die anstehenden Herausforderungen von einer neuen Ebene her bewältigen.

Verbindung  zum Klienten

Verbindung zum Klienten ist mehr als oberflächlicher Rapport. Es ist letztlich die Verbindung von Herz zu Herz. Diese erlaubt der Klientin, sich zu öffnen für ihre eigene Wahrheit. Es entsteht ein geschützter Raum, in dem sie sich klar werden kann, was ihr wirklich wichtig ist im Leben wie im Business, unabhängig davon, wie weit das mit hergebrachten Konventionen oder der Meinung anderer übereinstimmt. In diesem Raum darf sie sich mit ihrer ganzen Größe zeigen wie auch mit ihrer ganzen Verletztlichkeit. Alles, was ist, darf sein. Gefühle müssen nicht mehr unterdrückt oder anderweitig verborgen werden, sondern werden einfach frei gelassen.

Es gibt keine wirkliche Trennung zwischen dem Klienten und dem Coach, weil alles Leben miteinander verbunden ist. Dass wir in einem Coachingprozess zusammen gekommen sind, hat auch etwas mit Resonanz zu tun. Meine eigenen Erfahrungen fließen mit ein. Ich bin kein Neutrum.

Gleichwohl muss ich als Coach in der Lage sein, mich aus dem Ganzen herauszunehmen. Das geschieht zum Einen durch den ständigen Fokus auf die Frage, was im derzeitigen Moment für den Klienten das Beste ist. Und zum Anderen geschieht es durch die Verbindung zu Spirit.

Verbindung zu Spirit

Die besten Coachings sind die, in denen wir beide, der Klient und ich, uns einer größeren Intelligenz öffnen können. In solchen Situationen findet eine Kommunikation anderer Art statt. Ich denke nicht mehr bewusst nach, sondern es stellen sich die richtigen Bilder und Worte ein. Die Klientin reagiert darauf wie in einem Ping-Pong-Spiel. Der gesamte Prozess wird leicht und mühelos und findet auf einer tiefen Ebene statt.

Wichtige Voraussetzung dafür ist ein guter Zugang zur eigenen Intution, sowohl auf der Seite des Klienten wie auf meiner Seite, und der Fokus auf das, was zum Besten des Klienten und aller Beteiligten ist. Und gleichwohl lässt es sich nicht erzwingen, sondern ist immer auch ein Geschenk.

Das bedeutet nicht, dass Coaching nur innere Arbeit ist. Coaching ist sehr praxisbezogen. Daher schließe ich kein Coaching ab, das nicht eine Brücke schlägt von der inneren Entwicklung, die sich während der Session vollzogen hat, zu den ganz praktischen nächsten Schritten, die sich in der äußeren Realität vollziehen. Beides gehört zusammen.  Doch ohne die innere Entwicklung  wären die äußeren Schritte nur ein "mehr desselben". Wachstum und Transformation bedeuten jedoch nach meinem Verständnis, auf eine neue Ebene der Erkenntnis und der Energie zu gelangen, um von da aus zu neuen äußeren Aktivitäten in der Lage zu sein.

23. Juni 08

27 Tipps, wie Sie Ihren Sommer gut nutzen

Nachdem der Sommer offiziell Einzug gehalten hat, lohnt es sich, darüber nachzudenken, wie dieser sich - abgesehen vom Fußballfieber - sinnvoll nutzen lässt. Im letzten Jahr habe ich dazu 27 Tipps veröffentlicht, die auf recht positive Resonanz gestoßen waren. Daher wiederhole ich sie einfach noch einmal.

Der Sommer ist für viele Menschen – ob selbstständig oder angestellt – eine ruhigere Zeit. Kunden und Kollegen sind im Urlaub. Bestimmte Projekte ruhen oder köcheln auf Sparflamme weiter.

Damit ist der Sommer die ideale Zeit, um – neben Urlaub und Erholung – endlich einmal das zu tun, was Sie schon lange tun wollten. Hier ein paar Anregungen: 

  1. eine berufliche und private Standortbestimmung vornehmen
  2. sich klar werden, was Sie mit dem Rest Ihres Lebens machen wollen
  3. Ihre Website überarbeiten
  4. Ihr Büro, Ihr Wohnzimmer oder Ihren Balkon neu gestalten
  5. ein Weblog starten (s. dazu auch das Telefonseminar mit Burkhard Schneider "Weblog - ein gutes Marketinginstrument für Selbstständige?". Der Mitschnitt ist bei mir erhältlich. Einfach eine Mail an mailto(at)monika-birkner(Punkt)de schicken).
  6. einen Marketingplan für die zweite Jahreshälfte entwickeln
  7. einige Ihrer idealen Kunden persönlich treffen
  8. ein neues Hobby ausprobieren
  9. Ihre Adress-Datenbank aktualisieren (s. dazu auch das Telefonseminar mit Rainer Willmanns "Professionelles Kontaktmanagement am Beispiel Cobra Adress Plus". Der Mitschnitt ist bei mir erhältlich. Einfach eine Mail an mailto(at)monika-birkner(Punkt)de schicken).
  10. Ihren Newsletter-Verteiler ausbauen
  11. die Bücher lesen, die Sie schon lange lesen wollten
  12. Freundschaften wieder beleben
  13. bei  Xing oder in anderen Portalen nach alten Bekannten forschen
  14. nach Foren, Weblogs und Newslettern suchen, die Sie interessieren
  15. mögliche Kooperationspartner treffen
  16. Ihre Meditationspraxis vertiefen oder neu beginnen
  17. die Erfolge des ersten Halbjahres bewusst machen und feiern
  18. sich bei den Menschen bedanken, die Ihnen im ersten Halbjahr geholfen haben
  19. sich über Ihre idealen Kunden klar werden (s. dazu auch Selbsttest "Haben Sie die richtigen Kunden?) 
  20. ein neues Produkt/eine neue Dienstleistung entwickeln
  21. ein Buch zu schreiben beginnen
  22. Ihre Preispolitik überprüfen und gegebenenfalls überarbeiten
  23. sich überlegen, für welche sozialen Ziele Sie sich engagieren möchten
  24. über die Optimierung Ihres Geschäftsmodells nachdenken (dazu eignet sich gut der Wachstumstag)
  25. eine Kundenbefragung durchführen oder vorbereiten
  26. entrümpeln (Unterlagen, PC, Krimskrams. Siehe dazu auch mein Telefonseminar "Entrümpeln, aber richtig". Der Mitschnitt ist bei mir erhältlich. Einfach eine Mail an mailto(at)monika-birkner(Punkt)de schicken).
  27. in Ruhe nach einem für Sie passenden Coach/einer für Sie passenden Coachin suchen. 

Die Liste der Möglichkeiten ist damit natürlich noch lange nicht abgeschlossen.  Ich wünsche einen erfüllten Sommer.

Nachtrag am 21.07.2008: Um Missverständnissen vorzubeugen: Die Mitschnitte der Telefonseminare kosten jeweils 29,95 Euro zzgl. ges. MWSt.

19. Juni 08

Serie "Veränderung und Gefühle": Lust auf Veränderung

Veränderungen können eine Vielzahl von Gefühlen hervorrufen. In der heute beginnenden Serie von Beiträgen gehe ich auf verschiedene Gefühle ein, die in derartigen Situationen auftauchen können.  Veränderungen sind heute der Normalzustand geworden. Mit dem Wissen darum, was sich alles an Gefühlen zeigen kann und  wie man am besten damit umgeht, sind solche Erfahrungen nicht nur leichter zu bewältigen, sondern können auch ein Quell von Freude werden.

Heute geht es um die Lust auf Veränderung.

Vielleicht stutzt der Eine oder die Andere bei diesem Stichwort. Hören wir nicht immer wieder, dass der Mensch veränderungsscheu sei? Sicher gibt es auch solche Situationen. Doch das schließt keineswegs aus, dass Menschen auch Lust auf Veränderungen haben. Bei manchen ist das sogar sehr ausgeprägt und zeigt sich in regelmäßigen Umzügen oder zumindest in regelmäßigem Möbelrücken, in immer neuen Ideen und Projekten, Frisuren, Kleidungsstilen und ähnlichem.

Wie lässt sich Lust auf Veränderung erklären? Offenbar ist der Wunsch nach Neuem stärker als die Unbequemlichkeiten, die mit der Veränderung verbunden sind. Gründe dafür können sein:

  • Der Wunsch, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und neu anzufangen. Wir alle haben die Gabe, aufgrund unseres freien Willens jederzeit unser Leben ändern zu können. Wir sind keine Sklaven der Vergangenheit. Wir können alte Muster und eingefahrene Bahnen verlassen und ein neuer Mensch werden. Um das voll und ganz umzusetzen, bedarf es manchmal einiger Anstrengungen. Doch die Entscheidung steht uns jederzeit offen. Wir können alte Gewohnheiten ablegen und neue erwerben.
  • Der Wunsch, aus stagnierenden Situationen herauszukommen. Beziehungen, in denen nichts mehr läuft; zum Stocken gekommene Karriere; ein Business, das zur Routine geworden ist; stagnierende spirituelle Entwicklung - alles das lässt sich ändern, so dass wieder Leben und Wachstum stattfinden. Oft ist nur ein relativ geringer Impuls nötig, damit Bewegung entsteht.
  • Der Wunsch nach Wachstum. Wachstum hat nicht nur eine quantitative Dimension, sondern auch eine qualitative. Wachstum bedeutet unter anderem, mehr vom eigenen Potenzial zu entfalten, mehr vom persönlichen und mehr vom unternehmerischen Potenzial. Damit verbunden sein können Wünsche nach Ausdehnung des Wirkungskreises, nach Vertiefung von Wissen und Erfahrungen, nach Intensivierung von Erlebnissen oder auch der Wunsch, sich neu oder in neuen Zusammenhängen zu erproben.

Nicht immer bedarf es eines konkreten Anlasses, um Lust auf Veränderung auftreten zu lassen. Die Veränderung an sich kann ein Quell von Freude sein.

  • In Veränderungsphasen kann man sich jung und lebendig fühlen, wach und präsent.
  • Veränderung bedeutet bewusstes Hinsehen, was im weiteren Leben noch mit dabei sein soll und was man hinter sich lässt.
  • Veränderung kann als sehr befreiend erlebt werden.

Das alles gilt gleichermaßen für große wie für kleine Veränderungen. Nur die Intensität mag variieren.

Die Kehrseite der Lust auf Veränderung kann mangelnde Ausdauer und Beharrlichkeit sein. Manch einem Veränderungsfreudigen wird empfohlen, sich doch zusammenzureißen und eine Situation auszuhalten oder auch auszusitzen. Doch muss das ein Widerspruch sein? Veränderungsfreude muss nicht bedeuten, wie ein Blatt im Wind mal hierher und mal derher zu schweben und keine langfristigen oder größeren Ziele zu verfolgen. Doch diese Qualität kann dabei helfen, den Weg zum Ziel immer wieder zu hinterfragen und nach Erleichterungen zu suchen. Unter Umständen kann auch das gesamte Ziel hinterfragt werden. Und - ist das schlimm? Muss man seinen ursprünglich eingeschlagenen Weg bis zum Ende gehen, auch wenn man erkannt hat, dass es nicht der richtige Weg ist? Je älter wir werden, desto mehr erkennen wir, was wirklich gut für uns ist. Und das kann bedeuten, sich von etwas zu verabschieden, das lange eine große Rolle gespielt hat: von einem Ziel, einer Beziehung, einer Wohnung oder Stadt, einem Beruf. Lust auf Veränderung hilft dabei. solche Abschiede, die sonst sehr schwer fallen können, zu vollziehen. Lust auf Veränderung ist ein wichtiges Signal. Es lohnt sich, ihm nachzugehen und genau zu prüfen, was dahinter steckt.

Auf welche Veränderung haben Sie heute Lust?

Wenn Sie auch die weiteren Beiträge dieser Serie lesen wollen, abonnieren Sie meinen News- und Serviceletter. Dann erfahren Sie über alle Beiträge.

In der nächsten Folge, die in einigen Tagen erscheinen wird, geht es um Veränderung und Trauer.



13. Juni 08

Moderne Technlogie - der beste Freund für Solo- und Kleinunternehmer

Zu wenig Zeit für die vielfältigen Aufgaben, die in der Selbstständigkeit anfallen - das ist ein Dauerproblem für Solo- und Kleinunternehmer. Doch alles selbst machen zu wollen, ist keine Lösung. Darunter leiden unweigerlich die strategischen und kreativen Aufgaben und meist auch die vielbeschworene Work-Life-Balance.

Dennoch waren die Zeiten noch nie so gut. Denn moderne Technologien stellen so etwas dar wie eine zeitgemäße Variante der ehemaligen Heinzelmännchen. Sie erleichtern die Routinearbeit und helfen, den Kopf frei zu halten für Wesentliches. Sie helfen auch, die Kosten niedrig zu halten und Kunden zu gewinnen und zu binden. Das belegt unter anderem die Kanzlei SKZ, Dr. Alfred Stapelfeldt, Jochen Zweschper und Joachim Krumb, aus Darmstadt, die dieses Jahr den ersten Platz beim Kanzleigründerpreis erreichte, den die Hans Soldan GmbH gemeinsam mit der Bundesrechtsanwaltskammer,dem Deutschen Anwaltsverein, dessen Forum "Junge Anwaltschaft" und der FAZ vergeben hat.

Das Konzept dieser im Jahr 2005 gegründeten Kanzlei beruht nach eigener Aussage auf vier Säulen: „Konsequente Spezialisierung, kompromisslose betriebswirtschaftliche Ausrichtung des Kanzleimanagements, neue Servicequalität und zuletzt fortschrittliche Methoden der Akquise und Mandantenbindung“.

Die kompromisslose betriebswirtschaftliche Ausrichtung des Kanzleimanagements wird unter anderem durch den Nutzen neuer Technlogien erreicht. In seiner Laudatio hob der Anwaltsforscher Prof. Dr. Christoph Hommerich hervor, dass viele Gründer versuchen, die Kosten niedrig zu halten, indem sie wenig investieren, während hier der Weg gezielter Investition gegangen wurde. Investitionen in elektronische Aktenführung, die umfassende Nutzung von rechtlichen Datenbanken sowie ein Spracherkennungssystem mit dem Ziel der Ersparnis von Personalkosten für Schreibarbeiten haben lt. Hommerich dazu beigetragen, dass eine Kostenquote von knapp 28% erreicht wird, und das bei einem sechsstelligen Umsatz pro Kopf der Partner.

An dieser Stelle erst einmal ein herzlicher Glückwunsch an die Preisträger. Als ehemalige Anwältin weiß ich, dass generell Fragen der Kanzleiorganisation nicht im Fokus der Ausbildung liegen und die Nutzung moderner Technologien noch weniger. Umso bewundernswerter ist die konsequente Ausrichtung der Kanzlei in dieser Hinsicht.

Das gilt auch für die anderen Säulen, die hier nur kurz erwähnt werden sollen, da es mir in diesem Beitrag um die modernen Technologien geht. Mehr darüber erfahren Sie in der Laudatio von Prof. Dr. Christoph Hommerich.

Die Kanzlei ist spezialisiert auf das Verwaltungsrecht und das Immobilienrecht und hat eine spezielle Zielgruppe, nämlich Städte und Gemeinden. Sie versteht sich als „externe Rechtsabteilung für Kommunen“ und hat sich somit ein Segment erschlossen, in dem sie schnell einen hohen Bekanntheitsgrad erreichen kann und offenbar erreicht hat. In der Laudatio ist außerdem von einer Internetplattform die Rede, über die Mandanten laufend informiert werden.

Eine weitere Säule ist die  besondere Servicequalität, die sich unter anderem in möglichst schnellen  Reaktionen auf Mandantenanfragen (möglichst am selben Tag, spätestens binnen 24 Stunden) zeigt, ferner durch eine durchgehende telefonische Erreichbarkeit des Büros zwischen 7.00 Uhr morgens und 19.00 Uhr abends, für die ein professionell arbeitender externer Büroservice genutzt wird.

Also nochmals meinen Glückwunsch für dieses wirklich fundierte Konzept und die in der kurzen Zeit erreichten Erfolge.

Was können andere Unternehmer - gleich welcher Branche - daraus lernen, insbesondere in Bezug auf den Einsatz moderner Technologien? Wie können moderne Technologien Routinearbeiten erleichtern, Kosten sparen helfen, die Kundenbindung verstärken und den eigenen Kopf für Wesentliches freihalten?

Ein paar Ideen dazu:

  • Autoresponder-Einsatz im E-Mail-Marketing
  • Software-Tools für schnellere und fehlerfreie Korrespondenz. An dieser Stelle mein herzlichster Dank an Joachim Rumohr, der mir phraseexpress nahe brachte
  • Einsatz von Telefonkonferenzen
  • professionelle Kundendatenbanken (ebenfalls ein herzliches Danke an  Rainer Willmanns, mit dem ich vor einiger Zeit einen spannenden Expertentalk zu Cobra Adress Plus durchführte. Der Mitschnitt ist bei mir erhältlich. Anfragen an mailto(at)monika-birkner.de)
  • und vieles mehr

Wenn Sie konkrete Erfahrungen oder weitere Ideen haben, sind diese herzlich willkommen.

04. Juni 08

Von Gandhi lernen

Bei Henrik Edberg  fand ich eine Zusammenstellung und Kommentierung von Zitaten Mahatma Gandhis, die ich für nachdenkenswert halte. Da der Text in Englisch ist, bringe ich die Überschriften und einige Zitate in freier Übersetzung mit eigenen Kommentaren.

Mahatma Gandhi. politischer und geistiger Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung, erreichte sein Ziel, sein Land von der britischen Kolonialherrschaft zu befreien, mit unkonventionellen Methoden wie zum Beispiel dem Prinzip der Gewaltfreiheit (Ahimsa). Die folgenden Prinzipien lassen sich in vielerlei Kontexten anwenden und sind erstaunlich zeitlos.

Vorab noch ein allgemeines Zitat:

"Der Unterschied zwischen dem, was wir tun, und dem, was wir zu tun in der Lage sind, würde ausreichen, die meisten Probleme in der Welt zu lösen."

1. Ändere dich selbst

"Du musst die Änderung sein, die du in der Welt sehen möchtest".

Darin liegt tiefe Weisheit. Wer sich selbst ändert, steckt andere an. Das gilt im Kleinen, zum Beispiel in der Familie, ebenso wie im Großen. Mit der Zeit entsteht ein positiver Schneeballeffekt.

2. Du hast Herrschaft über dich selbst

"Niemand kann mich ohne meine Zustimmung verletzen".

Wir können nicht immer beeinflussen, was uns zustößt. Doch wir können beeinflussen, wie wir darauf reagieren.

3. Vergib und lass los

“Der Schwache kann niemals vergeben. Vergebung ist ein Attribut des Starken."

"Auge um Auge macht die ganze Welt blind."

Vergebung ist ein aktuelles Thema, über das viel geschrieben wird. Mittlerweile erkennen mehr und mehr Menschen, dass Vergebung mindestens genauso viel dem nützt, der vergibt, wie dem, dem vergeben wird. Der große Gewinn liegt darin, inneren Frieden zu erlangen.

Eine besondere Herausforderung ist allerdings häufig, sich selbst zu vergeben.

4. Ohne Aktion kommst du nirgendwo hin

"Eine Unze Praxis ist mehr wert als Tonnen von Predigten."

Dieses Prinzip ist für alle diejenigen interessant, die immer wieder Gründe finden, nicht aktiv zu werden. Doch welche großen Ziele sind ohne entsprechende Aktion erreicht worden? Nur "Bestellungen beim Universum" aufzugeben und sich zurückzulehnen und auf die Ergebnisse zu warten, reicht nach meiner Erfahrung nicht aus.

5. Kümmere dich um den gegenwärtigen Moment

"Ich will nicht die Zukunft voraussehen. Ich bin damit beschäftigt, mich um den gegenwärtigen Moment zu kümmern. Gott hat mir keine Kontrolle über den Moment gegeben, der darauf folgt."

Achtsamkeit für den gegenwärtigen Augenblick ist ein Prinzip vieler Weisheitslehren. Die Gegenwart ist das Einzige, was wir beeinflussen können. Das mag nach einer Einschränkung klingen. Gleichzeitig liegt darin ein ungeheures Potenzial. Denn alles, was wir jetzt, in diesem Moment tun, wird früher oder später Früchte tragen.

6. Jeder ist menschlich

"Es ist nicht weise, sich seiner eigenen Weisheit zu sicher zu sein. Es ist gesund, daran erinnert zu werden, dass der Stärkste schwach werden und der Weiseste irren kann".

Das aus dem Mund eines wahrhaft Großen wie Gandhi zu hören, gibt noch mehr Anlass, sich in Demut zu üben.

7. Sei beharrlich

"Erst ignorieren sie sich, dann lachen sie dich aus, dann bekämpfen sie sich und zum Schluß gewinnst du".

Auch angesichts von Schwierigkeiten nicht aufzugeben, ist etwas,  das allen erfolgreichen Menschen gemeinsam ist.

8. Sieh das Gute in Menschen und hilf ihnen

"Ich schaue nur auf die guten Qualitäten in Menschen. Da ich selbst nicht fehlerfrei bin, würde ich mir nicht anmaßen, die Fehler von anderen zu untersuchen."

"Ein Mensch wird exakt in dem Maße groß (im Sinne von bedeutend), in dem er auf das Wohlergehen anderer hin arbeitet".

"Ich nehme an, dass Führung zu früheren Zeiten mit Muskeln gleich gesetzt wurde; aber heute bedeutet es, mit Menschen zurecht zu kommen".

Damit ist in wenigen Worten das ausgedrückt, was sowohl für Führungskräfte wie für Unternehmer die Basis für Erfolg ist. Dieses Prinzip hilft sowohl in der Mitarbeiterführung wie auch gegenüber Kunden.

9. Sei kongruent, sei authentisch, sei du selbst

"Glück ist, wenn das, was du denkst, was du sagst und was du tust, übereinstimmen."

"ZIele immer auf vollständigen Einklang vom Gedanken, Worten und Taten. Ziele immer darauf, deine Gedanken zu läutern und alles wird gut werden."

Alles beginnt mit Gedanken. Herrschaft über die Gedanken hilft, Taten hervorzubringen, die dem Besten in sich entsprechen. Das wiederum hilft, Prinzip Nr. 8 wie auch die anderen Prinzipien mit Leben zu erfüllen.

Kongruenz und Authentizität sind für viele Menschen mittlerweile hohe Werte. Jeder hat vermutlich schon erlebt, welche Kraft von einem authentischen Menschen ausgeht.

10. Fahre fort, zu wachsen und dich zu entwickeln

"Konstante Entwicklung ist das Gesetz des Lebens und jemand, der immer versucht, seine Dogmen aufrecht zu erhalten, um konsistent zu erscheinen, manövriert sich in eine falsche Position."

Zum Wachstum gehört, zu neuen Einsichten zu kommen.  Große Menschen haben den Mut,  dazu zu stehen. "Was schert mich mein Geschwätz von gestern" soll bekanntlich Konrad Adenauer gesagt haben.

Wer den Beitrag von Henrik Edberg im Original lesen will, kann das hier tun.

29. Mai 08

Der ideale Büroraum - so individuell wie seine Nutzer

Seit einiger Zeit bin ich dabei, mein Büro zu reorganisieren und zum Teil neu einzurichten. Von daher hat mich der Blogbeitrag von Burkhard Heidenberger  mit dem Titel Der ideale Büroraum neugierig gemacht. Alles, was er schreibt, ist richtig: Raumtemperatur, Frischluft, Lichtverhältnisse, Möblierung etc. Und er räumt auch ein, dass diese Vorstellungen zwar auf die meisten Menschen zutreffen dürften, doch es auch individuelle Abweichungen geben mag.

Doch meine Vorstellungen vom idealen Büroraum gehen weiter. Mehr und mehr komme ich zum Ergebnis,
dass standardisierte Möbel ebenso wie standardisierte Regeln individuellen Bedürfnissen nicht gerecht werden. In Großunternehmen gibt es natürlich eine Vielzahl von Gesichtspunkten zu beachten, so dass dort die Individualisierung eingeschränkt ist.

Anders ist die Situation aber für Solo-Unternehmer und für Home-Offices. Hier besteht im Prinzip die Möglichkeit, sich ein Büro maßzuschneidern, das den ureigenen Bedürfnissen entspricht. Und dese Bedürfnisse können abweichen von den Vorstellungen der Büromöbelhersteller. Möglicherweise haben auch Frauen noch andere Bedürfnisse in Bezug auf ihre Arbeitsumgebung als Männer. Auch brauchen sehr kreative Menschen vermutlich eine andere Umgebung als Menschen, die einen anderen Stil haben. Damit meine ich nicht Chaos. Im Gegenteil: Ich bin umso kreativer, je mehr Ordnung und Struktur ich habe.

Hier ein paar Fragen, die dabei helfen können, das individuelle Wohlfühl-Büro zu gestalten:

  • Was ge- und was missfällt mir in meinem derzeitigen Büro?
  • Was gibt mir derzeit Energie und was nimmt  mir Energie, wenn ich mich in meinem Büro aufhalte oder wenn ich daran denke?
  • Was sind wesentliche Aktivitäten in meiner Arbeit und welche Bedingungen brauche ich für die einzelnen Aktivitäten (zB Strategien ersinnen, Planungen erstellen, Controlling durchführen, Korrespondenz, Telefonate, Besprechungen ...)?
  • Ist das Büro für alle meine Aktivitäten überhaupt der richtige Ort oder kann ich zum Beispiel viel besser im Café nachdenken?
  • Was fördert meine Konzentration und Produktivität und was bremst sie?
  • Wie weit werden die vorhandenen Möbel und Geräte sowie deren Anordnung  meinen Bedürfnissen gerecht?
  • Wie würde eine ideale Situation aussehen?
  • Was kann ich konkret tun, um sie zu schaffen?

Für mich haben diese und andere Fragen bewirkt, dass ich dabei bin, einen Teil des Mobiliars und einen Teil der Geräte zu ersetzen. Ich habe meine Ablage drastisch reduziert und neu geordnet. Die Farbe "Rot" spielt eine größere Rolle. Es entsteht mehr "Freiraum" in jeglicher Hinsicht.

Der Trend zur Individualisierung ist auf breiter Ebene vorhanden. Für Möbelhersteller - nicht nur im Bürobereich - können durchaus noch Potenziale vorhanden sein. Individualisierung bedeutet nicht nur, aus vorgegebenen Modulen eine eigene Zusammenstellung zu wählen. Sondern Individualisierung bedeutet letztlich, dass die Möbel sich an die Menschen anpassen und nicht die Menschen an die Möbel.
Sicher gibt es schon einiges, das in diese Richtung geht. Aber ebenso sicher ist, dass die Potenziale noch nicht ausgeschöpft sind.

27. Mai 08

Was ist das Geheimnis von Support-Teams?

Gestern habe ich einen Vortrag vor dem Erfolgsteam-Club in Frankfurt gehalten. Es hat viel Freude gemacht. Nicht zuletzt lag das daran, dass eine sehr aufgeschlossene, interessierte Stimmung herrschte und ein insgesamt sehr positiver Spirit zu spüren war. Man merkte, dass hier Unternehmer versammelt waren, die mit Herzblut bei der Sache sind und sich gegenseitig unterstützen, weiter zu wachsen.

Das bringt mich zu der Frage: Was ist das Geheimnis von Support-Teams?

Denn der positive Effekt einer Gruppe von Gleichgesinnten zeigt sich ja in vielerlei Zusammenhängen, zum Beispiel:

  • in Erfolgsteams
  • bei den Weight Watchers
  • in Fitnesskursen und sogar schon,  wenn man sich mit jemandem regelmäßig zum Tennis verabredet
  • in so genannten Mastermind-Gruppen, wie sie erstmals von Napleon Hill beschrieben wurden und in denen es unter anderem um gegenseitige Inspiration geht
  • in Meditationsgruppen.

Auch in meinen Gruppenprogrammen, zum Beispiel dem Business Re-birthing, wirkt die Gruppe sehr unterstützend.

Vermutlich sind mehrere Ursachen dafür maßgeblich, dass man in einer Gruppe Gleichgesinnter seine Ziele leichter erreicht:

1. Menschen sind in hohem Maße von ihrer Umgebung abhängig und werden durch diese geprägt. Menschen, die sich Ziele setzen und auf deren Realisierung konsequent hinarbeiten, sind in der Minderheit. Wenn man viel Zeit in einer Umgebung verbringt, wo Zielsetzung und Zielerreichung nicht gefördert werden, man vielleicht sogar dafür verspottet wird, ist es sehr viel schwerer, den eigenen Weg weiter zu verfolgen, als wenn andere gleiche Wertvorstellungen haben. Man muss keine Energie mehr dafür verwenden, sich zu verteidigen oder zu rechtfertigen, sondern kann diese Energie konstruktiv für das einsetzen, worum es einem wirklich geht.

2. Etwas anders gelagert ist die Situation für Solo-Unternehmer und andere Einzelkämpfer. Sie müssen sehr viel Disziplin aufbringen, um sich immer wieder selbst zu motivieren. In einer Gruppe kann man sich gegenseitig motivieren.

3. In einer guten Gruppe findet gegenseitige Unterstützung in vielerlei Hinsicht statt: Moralisch, wie gerade beschrieben, und auch praktisch durch Informationsaustausch, gegenseitiges Feedback und mehr.

4. Die Zugehörigkeit zu einer Gruppe, in der alle ein Ziel erreichen wollen, spornt an, wenn man einen Durchhänger an. In einem Fitnesskurs beispielsweise lässt sich gut erleben, dass man selbst auch noch ein paar Wiederholungen mehr schafft, wenn man sieht, dass die anderen auch weiter machen. Auf sich alleine gestellt, würde man unter Umständen eher aufgeben. Eine gute Gruppe in diesem Sinne erhöht also die Leistung des Einzelnen. Anders kann es sich in firmeninternen Teams verhalten, in denen nicht selten das schwächste Glied das Niveau bestimmt.

5. Und nicht zuletzt hat es etwas mit Energie zu tun. Meine Erfahrung ist, dass in einer guten Gruppe ein Kraftfeld entsteht, das alle ein Stück weit anhebt.

Was können Sie tun, wenn Sie für die Erreichung eines wichtigen Ziels ein Support-Team suchen?

  • Sie können recherchieren, ob es schon irgendwo eine Gruppe gibt, in der Sie mit Ihren Zielen sich gut aufgehoben fühlen.
  • Sie können selbst eine Gruppe ins Leben rufen.

In jedem Fall sollten Sie darauf achten, dass Sie sich in der Gruppe wirklich wohl fühlen, dass ein ausgeglichener Austausch von Geben und Nehmen stattfindet und Sie sich gegenseitig ergänzen. Mireille-Gaby Siebert, Initiatorin der Frankfurter Erfolgsteams, erläuterte mir, dass sie und Burkhard Schneider viel Sorgfalt darauf verwenden, die Gruppen zusammenzustellen, so dass ein guter Mix von Erfahrungen, Fähigkeiten und Wachstumsbedarf vorhanden ist, von dem alle profitieren. Offenbar haben die beiden dafür ein gutes Händchen.

 

15. Mai 08

Ist "großes" Denken gefährlich?

Im beruflichen Alltag ist das Risiko groß, sich in den Details zu verzetteln. Das macht nicht nur wenig Freude, sondern kann schlimmstenfalls dazu führen, das große Ganze aus den Augen zu verlieren.

Daher ist es wichtig, sich immer wieder bewusst zu machen, worum es eigentlich geht. Das hat etwas mit „großem“ Denken zu tun. 

Was ist „großes“ Denken?

Wie groß oder klein jemand denkt, zeigt sich in vielen Bereichen. Einige sind hier aufgeführt: 

  • Wer bin ich? Sehe ich mich in erster Linie mit meinen Unzulänglichkeiten und Problemen? Oder fokussiere ich mich auf mein Potenzial, meine Fortschritte und das in mir, was über alle körperlichen und mentalen Begrenzungen hinausgeht? 
  • Was will ich erreichen? Geht es nur darum, die heutige to-do-Liste abzuarbeiten? Den nächsten Auftrag zu bekommen? Oder habe ich ein Ziel, das über mich selbst hinausreicht? Das mich zwingt, mich zu strecken und zu wachsen? Das andere Menschen und deren Wohlergehen einschließt? 
  • In welchen Zeiträumen denke ich? Denke ich an das, was ich kurzfristig erreichen will? Im nächsten Jahr? Oder geht mein Horizont weiter? Dank der verlängerten Lebenserwartung haben wir statistisch noch Jahrzehnte vor uns, wenn wir heute in den Fünfzigern sind. Was lässt sich alles in dieser Zeit erreichen? 
  • Welche Reichweite gestehe ich mir zu? Will ich mich in einem engen Radius bewegen, in dem Kreis derer, die mich ohnehin schon kennen? Oder will ich mehr nach außen treten und mit meiner Arbeit viel mehr Menschen erreichen als bisher? Wenn ja, was ist dazu nötig? 
  • Wie sehe ich andere? Sehe ich ihre Fehler und Schwächen? Oder sehe ich in Ihnen das große Potenzial, das wir alle zur Verfügung haben? Achte ich auf das, was mich nervt? Oder verstärke ich das, was mich anzieht, mich positiv berührt und mich mit dem anderen verbindet?

 Ist „großes“ Denken gefährlich? 

Viele Menschen haben Angst davor, sich „große“ Gedanken zu erlauben. Sie fürchten, sich lächerlich zu machen. Sie fürchten, hinter dem zurückzubleiben, was sie sich selbst als Ziel gesetzt haben und dann dumm dazustehen. Sie fürchten, den Anschluss an andere zu verlieren. 

Darum machen sich viele klein. Kleiner, als sie in Wirklichkeit sind. 

In Wahrheit ist das das Gefährliche. 

Wer sich unnötig klein macht, lässt seine Fähigkeiten verkümmern. Unzufriedenheit kommt auf, die jedoch nicht konstruktiv eingesetzt wird, um etwas zu ändern. Unter Umständen wird die Energie eingesetzt, um andere ebenfalls klein zu halten. Ein unguter Kreislauf. 

„Großes“ Denken liebt die Weite, den Horizont, Perspektiven und Möglichkeiten. Es gibt anderen die Erlaubnis, ebenfalls ihre Größe zu entfalten. 

Allerdings gibt es ein Risiko: Dass dem Denken kein Handeln folgt. Dass man in Tagträumereien verharrt, um nach dem Aufwachen die Begrenzungen und Probleme des Hier und Jetzt seufzend zu akzeptieren. 

Meine Erfahrung ist wieder und wieder: Wenn wir entschlossen und mutig nach vorne gehen, um aus den Ideen Realität werden zu lassen, erhalten wir Unterstützung. Um uns herum ändert sich auch etwas. Manchmal geschehen schier unglaubliche Zufälle. 

Und alles hat begonnen mit einem „großen“ Gedanken. 

Worauf richten sich Ihre Gedanken heute?

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