Von Gandhi lernen
Bei Henrik Edberg fand ich eine Zusammenstellung und Kommentierung von Zitaten Mahatma Gandhis, die ich für nachdenkenswert halte. Da der Text in Englisch ist, bringe ich die Überschriften und einige Zitate in freier Übersetzung mit eigenen Kommentaren.
Mahatma Gandhi. politischer und geistiger Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung, erreichte sein Ziel, sein Land von der britischen Kolonialherrschaft zu befreien, mit unkonventionellen Methoden wie zum Beispiel dem Prinzip der Gewaltfreiheit (Ahimsa). Die folgenden Prinzipien lassen sich in vielerlei Kontexten anwenden und sind erstaunlich zeitlos.
Vorab noch ein allgemeines Zitat:
"Der Unterschied zwischen dem, was wir tun, und dem, was wir zu tun in der Lage sind, würde ausreichen, die meisten Probleme in der Welt zu lösen."
1. Ändere dich selbst
"Du musst die Änderung sein, die du in der Welt sehen möchtest".
Darin liegt tiefe Weisheit. Wer sich selbst ändert, steckt andere an. Das gilt im Kleinen, zum Beispiel in der Familie, ebenso wie im Großen. Mit der Zeit entsteht ein positiver Schneeballeffekt.
2. Du hast Herrschaft über dich selbst
"Niemand kann mich ohne meine Zustimmung verletzen".
Wir können nicht immer beeinflussen, was uns zustößt. Doch wir können beeinflussen, wie wir darauf reagieren.
3. Vergib und lass los
“Der Schwache kann niemals vergeben. Vergebung ist ein Attribut des Starken."
"Auge um Auge macht die ganze Welt blind."
Vergebung ist ein aktuelles Thema, über das viel geschrieben wird. Mittlerweile erkennen mehr und mehr Menschen, dass Vergebung mindestens genauso viel dem nützt, der vergibt, wie dem, dem vergeben wird. Der große Gewinn liegt darin, inneren Frieden zu erlangen.
Eine besondere Herausforderung ist allerdings häufig, sich selbst zu vergeben.
4. Ohne Aktion kommst du nirgendwo hin
"Eine Unze Praxis ist mehr wert als Tonnen von Predigten."
Dieses Prinzip ist für alle diejenigen interessant, die immer wieder Gründe finden, nicht aktiv zu werden. Doch welche großen Ziele sind ohne entsprechende Aktion erreicht worden? Nur "Bestellungen beim Universum" aufzugeben und sich zurückzulehnen und auf die Ergebnisse zu warten, reicht nach meiner Erfahrung nicht aus.
5. Kümmere dich um den gegenwärtigen Moment
"Ich will nicht die Zukunft voraussehen. Ich bin damit beschäftigt, mich um den gegenwärtigen Moment zu kümmern. Gott hat mir keine Kontrolle über den Moment gegeben, der darauf folgt."
Achtsamkeit für den gegenwärtigen Augenblick ist ein Prinzip vieler Weisheitslehren. Die Gegenwart ist das Einzige, was wir beeinflussen können. Das mag nach einer Einschränkung klingen. Gleichzeitig liegt darin ein ungeheures Potenzial. Denn alles, was wir jetzt, in diesem Moment tun, wird früher oder später Früchte tragen.
6. Jeder ist menschlich
"Es ist nicht weise, sich seiner eigenen Weisheit zu sicher zu sein. Es ist gesund, daran erinnert zu werden, dass der Stärkste schwach werden und der Weiseste irren kann".
Das aus dem Mund eines wahrhaft Großen wie Gandhi zu hören, gibt noch mehr Anlass, sich in Demut zu üben.
7. Sei beharrlich
"Erst ignorieren sie sich, dann lachen sie dich aus, dann bekämpfen sie sich und zum Schluß gewinnst du".
Auch angesichts von Schwierigkeiten nicht aufzugeben, ist etwas, das allen erfolgreichen Menschen gemeinsam ist.
8. Sieh das Gute in Menschen und hilf ihnen
"Ich schaue nur auf die guten Qualitäten in Menschen. Da ich selbst nicht fehlerfrei bin, würde ich mir nicht anmaßen, die Fehler von anderen zu untersuchen."
"Ein Mensch wird exakt in dem Maße groß (im Sinne von bedeutend), in dem er auf das Wohlergehen anderer hin arbeitet".
"Ich nehme an, dass Führung zu früheren Zeiten mit Muskeln gleich gesetzt wurde; aber heute bedeutet es, mit Menschen zurecht zu kommen".
Damit ist in wenigen Worten das ausgedrückt, was sowohl für Führungskräfte wie für Unternehmer die Basis für Erfolg ist. Dieses Prinzip hilft sowohl in der Mitarbeiterführung wie auch gegenüber Kunden.
9. Sei kongruent, sei authentisch, sei du selbst
"Glück ist, wenn das, was du denkst, was du sagst und was du tust, übereinstimmen."
"ZIele immer auf vollständigen Einklang vom Gedanken, Worten und Taten. Ziele immer darauf, deine Gedanken zu läutern und alles wird gut werden."
Alles beginnt mit Gedanken. Herrschaft über die Gedanken hilft, Taten hervorzubringen, die dem Besten in sich entsprechen. Das wiederum hilft, Prinzip Nr. 8 wie auch die anderen Prinzipien mit Leben zu erfüllen.
Kongruenz und Authentizität sind für viele Menschen mittlerweile hohe Werte. Jeder hat vermutlich schon erlebt, welche Kraft von einem authentischen Menschen ausgeht.
10. Fahre fort, zu wachsen und dich zu entwickeln
"Konstante Entwicklung ist das Gesetz des Lebens und jemand, der immer versucht, seine Dogmen aufrecht zu erhalten, um konsistent zu erscheinen, manövriert sich in eine falsche Position."
Zum Wachstum gehört, zu neuen Einsichten zu kommen. Große Menschen haben den Mut, dazu zu stehen. "Was schert mich mein Geschwätz von gestern" soll bekanntlich Konrad Adenauer gesagt haben.
Wer den Beitrag von Henrik Edberg im Original lesen will, kann das hier tun.
